„Lokalanzeiger Erkrath“ vom 07.05.2008
Trotz kaltem Wasser nass geschwitzt
Wolfgang Cüppers
von der IG Erkrath ist jetzt auch Politiker
Erkrath. Auf der jüngsten Sitzung des Stadtrats
nahm Wolfgang Cüppers stellvertretend für die IG Erkrath den Bürgerpreis der
Stadt entgegen. Es soll nicht sein letzter Besuch einer Ratssitzung gewesen
sein.
(stef) Als sachkundiger Bürger ist Cüppers jetzt für die Bürger mit
Umweltverantwortung (BmU) Mitglied des Ausschusses für Planung, Verkehr und
Umwelt. Die Partei hat ihm zudem eine Kandidatur für die Kommunalwahl 2009
angeboten. Zieht er dann in den Stadtrat ein, wird er aber nicht immer von allen
Politikern mit stehenden Ovationen und Applaus bedacht wie bei der Zeremonie zum
Bürgerpreis. Diese Reaktion zeigte, dass das Engagement gegen die CO-Pipeline
der Bayer AG fraktionsübergreifend gewürdigt wird. Die IG Erkrath werde
natürlich weiterhin politisch neutral bleiben. „Vor einem Jahr hätte ich nicht
gedacht, überhaupt in die Politik einzusteigen“, sagt Wolfgang Cüppers gegenüber
unserer Zeitung. Damals setzte er sich als Vorsitzender der
Interessengemeinschaft Immermannstraße und Umgebung (IGIU) vor allem für eine
Verschönerung seiner Wohnsiedlung ein. „Durch die Pipeline und die Umwandlung in
die IG Erkrath wurde ich ins kalte Wasser geworfen“, so Cüppers. „Nach meinem
ersten Termin im Landtag war ich nass geschwitzt.“ Damals war der Respekt
gegenüber den Abgeordneten sehr groß. „Mit der Zeit bin ich in die Aufgabe
hineingewachsen.“ Heute tritt er ihnen selbstbewusster gegenüber. Die
Nachrichten über die umstrittene Kohlenmonoxid-Leitung überschlagen sich fast
täglich. Ein Gutachten der Stadt Duisburg bekräftige die Meinung aller
Pipeline-Gegner. Es hat allein für die Region Duisburg 50 Risiken entlang der
geplanten CO-Leitung aufgedeckt. So könne ein Bagger die Geo-Grid-Matte, eine
Schutzeinrichtung, mit seiner Schaufel mühelos zerreißen. „Was im letzten halben
Jahr an Pipeline-Schäden durch Bauarbeiten passiert ist, zeigt, wie groß die
Wahrscheinlichkeit eines Unfalls ist“, sagt Wolfgang Cüppers. Er rechnet damit,
dass die Gerichte das Bayer-Projekt endgültig stoppen, denn ein weiteres
Gutachten stellt die Verfassungsmäßigkeit des Enteignungsgesetzes in Frage.
Trotz dieser Aussichten bleibt die Initiative nicht untätig. Am heutigen
Mittwoch wird um 18 Uhr auf dem Schützenplatz gegenüber von Haus Unterbach die
dritte Dauermahnwache installiert. Der 7. Mai 2008 ist auch der Jahrestag des
Bürgerwiderstands gegen die Pipeline. Inzwischen sind knapp 85000 Unterschriften
gesammelt worden. Davon stammen über 22000 aus Erkrath. Die Listen, die auf der
Internetseite der IG Erkrath heruntergeladen werden können, erreichen Wolfgang
Cüppers regelmäßig per Fax oder E-Mail. Am gestrigen Dienstag trafen sich Bürger
wieder zu einer Informationsveranstaltung. Besprochen wurde unter anderem die
Aktivierung von Sirenen zur Warnung vor dem CO-Gas.
Quelle: Lokalanzeiger Erkrath vom 07.05.08