20.07.2007: RP: CO-Pipeline verzögert sich

Beim Bau der umstrittenen Gasleitung mit der der Bayer-Konzern seine Werke in Dormagen und Uerdingen verbinden will, tauchen neue Probleme auf. Die Gegner entlang der Trasse schöpfen neue Hoffnung.

von Jörg Janssen

Düsseldorf Der Bau der umstrittenen Kohlenmonoxid/CO)-Leitung des Bayer-Konzerns verzögert sich. Die Bezirksregierung Düsseldorf räumte gestern ein, dass sich die Entscheidung über die Enteignung von privatem Grund und Boden zum Bau der Gasleitung in Einzelfällen um mindestens eine Woche verzögern wird. Außerdem sorgte das Leverkusener Chemie-Unternehmen selbst für Irritationen, weil es im Duisburger Süden offenbar Abstand von der längst genehmigten Trasse nördlich der Bundesstraße 288 nehmen will.
Dem Regierungspräsidenten liegt eine entsprechende Voranfrage des Bayer-Konzerns vor. „Folgt jetzt auch ein förmlicher Antrag, dann beginnt für dieses Duisburger Teilstück ein komplett neues Genehmigungsverfahren mitsamt Anhörung und neuen Widerspruchsfristen. Das kann dauern“, sagt Bernhard Hamacher, Sprecher der Bezirksregierung, unserer Zeitung.
Während sich Bezirksregierung und Bayer überraschend Zeit nehmen, werden auf zahlreichen Grundstücken entlang der Trasse Fakten geschaffen. So rollten gestern Morgen um sieben Uhr in Hilden die Bagger an. Grund genug für Bürgermeister Günter Scheib sowie Anhänger der Baustopp-Initiative, sich den Baugeräten symbolisch entgegenzustellen. Für die städtischen Grundstücke in Hilden und Ratingen hatte die Bezirksregierung bereits so genannte Besitz-Einweisungen angeordnet.
Zahlreiche Einsprüche und Klagen von Bürgern und Kommunen gegen diese De-facto-Enteignungen laufen zurzeit ins Leere. „Wegen der vom Regierungspräsidenten befürworteten Eilbedürftigkeit des CO-Pipeline-Verbundes haben sie keine aufschiebende Wirkung. Die Folge: Immer mehr Rohre werden vor dem für Ende August erwartetem Urteil des Düsseldorfer Verwaltungsgerichts im Erdreich versenkt. „Während es im Kreis Mettmann nicht eilig genug vorangehen kann, schnürt Bayer das Pipeline-Paket in Duisburg wieder auf und nimmt damit monatelange Verzögerungen des Projekts in Kauf. Das ist ein Skandal“, sagte Monheims Bürgermeister Thomas Dünchheim, der die Front der CO-Leitungsgegner anführt.
Fassungslos reagierte gestern die städteübergreifende Baustopp-Initiative, die bislang mehr als 30000 Unterschriften gegen die 67 Kilometer lange Röhre sammelte, auf die Nachrichten aus dem Regierungspräsidium. Wenn Trassenänderungen in Duisburg möglich seien, müsse es machbar sein, die Gas-Leitung ganz aus dem Kreis Mettmann zu verbannen. Gelassenheit demonstrierte dagegen Bayer-Sprecher Christian Zöller: „Eine Voranfrage ist noch kein Antrag Im Übrigen gehen wir davon aus, dass noch in diesem Jahr Gas geleitet werden kann.“

INFO
Gutachter-Streit

Zu viel Tote im Katastrophen-Fall – das befürchten die Pipeline-Gegner. Entsprechend tobt ein Gutachter-Streit.
Während Bezirksregierung und TÜV davon ausgehen, dass der Transport des hochgiftigen, unsichtbaren und geruchlosen Kohlenmonoxids mit einem minimalen Rest-Risiko möglich ist, sprechen die Gegner von einem potentiellen „Todesstreifen“ entlang der Leitung.
CO wird vor allem für die Produktion von Polymere-Kunststoffen (Brillen, Helme, CDs) benötigt.

Quelle: RP vom 20.07.07



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