15.08.2007: NRZ: Appelle an Bayer

PIPELINE. Minister dämpft Erwartungen, dass die umstrittene Kohlenmonoxid-Leitung noch zu stoppen ist. Pannen beim Bau.

DÜSSELDORF/HILDEN. Viel neue Hoffnung, die umstrittene Bayer-Pipeline doch noch abwenden zu können, werden die rund 50 angereisten Bürger aus dem Landtag nicht mitgenommen haben. Selbst die Grünen kamen im Umweltausschuss nicht umhin einzuräumen, dass es sich beim Bau der Kohlenmonoxid-Röhre um ein rechtskräftiges Verfahren handelt. "Sie müssen Verständnis haben, dass wir da nicht eingreifen können", dämpfte Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) Erwartungen vor Ort. Der Landtag hatte dem Bau der Pipeline bereits einstimmig zugestimmt. Dennoch beschloss der Ausschuss gestern eine Experten-Anhörung, um offene Fragen zur 67 Kilometer langen Pipeline abzuklären, die die Standorte Köln-Worringen und Krefeld-Uerdingen verbinden soll.

Weit mehr verspricht sich Grünen-Fraktionsgeschäftsführer Johannes Remmel allerdings von einem festen Dialogprozess "auf Augenhöhe" zwischen Bayer, Bürgerinitiativen und Ministerium. Auch Uhlenberg und die anderen Fraktionen unterstützten den Vorstoß. Ob der Konzern allerdings auf den von den Grünen parallel geforderten Baustopp eingeht, erscheint zweifelhaft. Nach einem Treffen mit den Bürgerinitiativen appellierte auch der CDU-Abgeordnete Harald Giebels (Kreis Mettmann) an Bayer, die Arbeiten ruhen zu lassen, bis vor dem Verwaltungsgericht Düsseldorf anhängige Verfahren entschieden sind. "Schafft keine Fakten, bis das Gericht entschieden hat", forderte der Rechtsanwalt im Gespräch mit der NRZ.

Den Düsseldorfer Richtern liegen mittlerweile neun Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluß vor. Darüberhinaus haben sich zahlreiche Privatleute, denen die Pipeline übers Grundstück gelegt wird, ans Gericht gewandt. Kommenden Dienstag gibt es einen ersten Erörterungstermin, bei dem "technische Fragen" geklärt werden sollen. Bis es zur Verhandlung und gar Entscheidung kommt, können noch Wochen vergehen.

Unterdessen gibt es entlang der Trasse Pannen bei den Bauarbeiten. So wurde beim Verlegen der Pipeline unter der A 3 am Breitscheider Kreuz die Fahrbahn um 5 cm angehoben und beschädigt, tagelang war ein Fahrstreifen gesperrt. Dieter Donner, Pipeline-Gegner aus Hilden, hat Strafanzeige erstattet wegen "gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr". Probleme auch in Erkrath. Pipeline-Gegner Wolfgang Cüppers: "Eine Fläche von 40 mal 40 Metern wurde im Zuge der Arbeiten rücksichtslos verwüstet." Außerdem sei die Baustelle bei Haus Brück nicht ausreichend gesichert gewesen, sodass durch starken Regen Teich und Wassergraben des Anwesens verschlammt wurden. Bayer und Hauseigentümer haben sich mittlerweile geeinigt, die Bauarbeiten laufen weiter. (NRZ)

Quelle: NRZ vom 15.08.2007 GÖTZ MIDDELDORF THEO SCHUMACHER

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